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Stimmen zum Buch Leseprobe Der Roman als Blog
Vater werden mit Humor!
Nach dem großen Anfangserfolg hier nun die komplett überarbeitete Neuausgabe des Tagebuchs und satirischen Romans über die neun aufregendsten Monate im Leben eines Mannes. Ein Lesevergnügen für alle, die einmal wieder herzhaft lachen möchten!
„Oh mein Gott, ich werde Vater!“
In meiner Begeisterung brüllte ich mit voller Lautstärke ins Handy. Sämtliche Gäste, gerade noch im belanglosen Geplauder oder in ihre Gläser vertieft,
drehten sich um und starrten mich an. Ich starrte freudestrahlend zurück.
Neun Monate später:
Die nächste Wehe kündigte sich an.
„Pressen“, riefen Ärztin und Hebamme zugleich.
Ein unmenschlicher Schrei gellte durch den Kreissaal. Der Schrei war der meine ...
Wie Gummibärchen zu Lebensrettern werden, warum eine Orangenpresse zu Kratzspuren am Allerwertesten führt und wieso Whiskey und Wodka eine zentrale
Rolle spielen, dafür und für viele andere seltsame Begebenheiten gibt es eine logische Erklärung: Manu ist schwanger – und Robert gleich mit.
Zwar heißt es, Vater werden ist nicht schwer, aber leicht nehmen darf Mann es auch nicht. Höchstens mit Humor. Und genau davon erzählt dieses
satirische Tagebuch!
Wiesenburg Verlag
ISBN 3-937101-87-X
17,90 Euro
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"Lesenswert!" (TV-Media)
"Ein Tagebuch, das sich wie ein Drehbuch liest, mit garantiertem Spaß- und Wiedererkennungswert für frischgebackene und werdende Väter. Und
Mütter. (...) Herrlich!"(Büchertipps, Kinderstadt)
"Für Pärchen, die am Anfang einer Schwangerschaft stehen, ist das Buch sehr zu empfehlen. (...) Aber auch wenn die eigenen Kinder längst
größer sind, macht es Spaß, mit diesem Buch mal wieder in Erinnerungen zu schwelgen oder zu vergleichen. Empfehlenswert." (Leselupe)
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„Mir ist schlecht!“
Mit diesen aufmunternden Worten, liebes Tagebuch, begrüßte mich meine Herzallerliebste des Morgens im Bett. Ich fasste die süßeste
werdende Mutter der Welt genauer ins Auge, und tatsächlich, ihr Teint wirkte ein wenig grünlich. Als zivilisierter Mann mit
umfassender Allgemeinbildung wusste ich sofort Bescheid und freute mich, dass wir den Reigen der Schwangerschaftsprobleme
mit dem klassischen Symptom eröffneten: „Das wird die berühmt-berüchtigte Morgenübelkeit sein ...“
„Glaubst du wirklich? Und du bist ganz alleine draufgekommen?“ Manu sah mich voll Bewunderung an. „Allerdings hast du nur bedingt
Recht. Denn gestern am Abend war mir auch schlecht. Und zu Mittag auch. Wenn ich darüber nachdenke, ist mir nur mehr schlecht.“
Wie zur Bestätigung sprang meine Herzallerliebste aus dem Bett und eilte zum stillen Örtchen.
Kein Grund zu Sorge! In den vergangenen Tagen hatte ich mich mit umfangreicher Literatur eingedeckt und auch das Internet zu diesem
Thema angezapft. Kurz gesagt, ich war vorbereitet und wartete gleich mit einem guten Tipp auf: „Meistens hilft ein kleines Stückchen
Butterkeks vor dem Aufstehen ...“ In weiser Voraussicht hatte ich am Vortag eine Packung Leibnitz Minis gekauft. Diese zauberte ich
fast so schnell hervor wie unser Finanzminister Begründungen für eine Steuererhöhung. Manu warf einen Blick darauf, wurde noch eine
Nuance grüner und lief unter heftigen Würgelauten dorthin zurück, woher sie gerade gekommen war. Na ja, offensichtlich hatte ich mich geirrt.
Trotz dieses Rückschlags ließ ich mich nicht entmutigen und überlegte, wen ich um Rat fragen könnte. Am ehesten käme jemand in Frage, der
selbst einmal schwanger war, vorzugsweise eine Frau. Nach längerem Nachdenken fiel mir auch sofort jemand ein: Ich rief die werdende
Großmutter väterlicherseits an.
Gesagt. Getan. „Hallo Mama, was tut frau gegen Morgenübelkeit? Du hast sicher ein paar Tipps auf Lager?“
„Nein.“ Meine Mutter, eben noch in fröhlicher, unbeschwerter Stimmung, seufzte tief unter der Last der Erinnerungen. „Als ich dich
unter meinem Herzen trug, war mir neun Monate lang schlecht. Durchgehend. Von Anfang bis Ende. Vom ersten Moment an bis zur Minute deiner
Geburt. Ha, was sage ich: Minute! Deine Geburt hat Stunden gedauert! Tage! Diese unerträglichen Schmerzen! Ich könnte dir erzählen ...“
Den Rest des halbstündigen Telefonates schilderte mir meine Mutter in allen blutrünstigen Details, welch schreckliche Pein ich ihr
schon vor meiner Geburt verursacht hatte. Jeder pränatale Bauchtritt, jedes Kopfweh, jeder Übelkeitsanfall, jede einzelne der vielen,
vielen unerträglichen Wehen wurde ausführlich beschrieben. Es war eine schwere Geburt; wortwörtlich. Am Ende des Telefonats laborierte
ich an gigantischen Schuldgefühlen. Mehr noch, ich unwürdiges Häuflein Elend hatte diesen schrecklichen Zustand sogar bei meiner
geliebten Frau verursacht! Wir Männer sind Schweine. Ich war ein Niemand, ein Nichts, weniger als ein Nichts, sogar weniger als ein
BZFPÖler. Meine Mutter erklärte sich schließlich bereit, sich meiner Herzallerliebsten zuliebe ein wenig umzuhören – sozusagen
aus Frauensolidarität.
Fünf Minuten später läutete das Telefon. Am anderen Ende des Drahts meldete sich Tante Lisbeth, die uns mitteilte, das beste Mittel
gegen Morgenübelkeit sei lauwarmer Kamillentee. Ich bedankte mich, mutmaßte aber innerlich, dass hier eine Verwechslung mit einer
Darmgrippe vorlag. Tante Lisbeth hatte immerhin schon das gesegnete Alter von 85 Jahren erreicht und war zeitlebens unbemannt
geblieben. Andererseits, so genau kannte ich ihre Biografie auch wieder nicht und was weiß Mann. Ich eilte ins Schlafzimmer,
um meiner Herzallerliebsten diesen Tipp schmackhaft zu machen.
Vergebens. Manu hasste Kamillentee, ganz besonders lauwarm. Ich verstand sie sehr gut.
In den nächsten Stunden veranstaltete das Telefon eine wahre Klingelorgie. Alle auch nur ansatzweise erreichbaren Verwandten riefen uns
an, um uns gute Tipps gegen Morgenübelkeit mitzuteilen. Der Vollständigkeit halber liste ich diese in der Reihenfolge ihres Eintreffens
auf: Viel Flüssigkeit trinken und fettreiche Nahrung vermeiden; kein gewürztes Essen; kein Koffein; etwas essen, bevor man aufsteht;
hinlegen und Kopf und Beine höher lagern; langsam aufstehen und plötzliche Bewegungen vermeiden; jede zwei bis drei Stunden etwas
essen; nach dem Essen aufrecht sitzen; bei offenem Fenster schlafen; jeden Tag spazieren gehen und vor dem Schlafen etwas essen.
Der letzte Anruf kam von Onkel Albert, der uns mit vor Rührung belegter Stimme zur Geburt unseres Kindes gratulierte. Danke, aber
viel zu früh, knurrte ich und zog anschlie¬ßend den Telefonstecker raus. Onkel Albert mag nett sein, aber er hört nie richtig zu.
Gegen Mittag läutete der Postbote und überreichte uns ein Telegramm: „bei übelkeit luft anhalten stopp mindestens zwanzig sekunden
lang stopp hilft garantiert stopp wenn nicht wir kommen gerne auf besuch stopp grüße stopp cousine illonka“. Ich war verwirrt, denn
ich erinnerte mich an keine Cousine namens Illonka. Oder doch ... das musste das kleine Mädchen sein, mit dem ich spielte, als uns
vor 25 Jahren der polnische Zweig meiner Familie überfiel. Ich gab dem Postboten ein kleines Trinkgeld für seine Mühen und ein
großes Trinkgeld, um auf gar keinen Fall mit weiteren Telegrammen bei uns aufzutauchen.
Einen kritischen Moment gab es allerdings noch. Meine Mutter rief an und fragte mich entrüstet, was ich Onkel Albert erzählt hätte.
Er gratulierte ihr bereits zum zweiten Mal zum neugeborenen Enkelkind. Aber ich geriet nicht in Panik, sondern sagte mit verstellter
Stimme „No comprendo“, schaltete den Apparat ab und versenkte ihn gemeinsam mit dem Handy in der Badewanne. Anschließend fielen
Manu und ich uns schluchzend in die Arme.
Tage später trauten wir uns zum Einkaufen wieder außer Haus. Vor der Tür lag ein Zettel von Susanne, darauf stand, dass Ingwertee
helfe. Danke. Dennoch kenne ich keine Susanne.
Als wir vom Supermarkt zurückkamen, wartete auf uns eine junge Dame, die uns als lebendes Telegramm zur Geburt unseres Kindes musikalisch
übermittelte. Wir waren ergriffen, taten Selbiges mit ihr und versenkten ihre Leiche am nächsten Tag in der Donau. Alles Liebe,
Onkel Albert.
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