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Die großartige Fortsetzung des Humor-Bestsellers „Tagebuch eines werdenden Vaters“ erscheint im Mai 2009!
Nach neun aufreibend intensiven Monaten des Vaterwerdens steht Robert die nächste Herausforderung bevor: das Vatersein! Söhnchen Dylan ist
endlich da und verfügt, zum großen Erstaunen seines Papas, weder über einen Lautstärkeregler noch über eine Rückspultaste, geschweige denn
einen Standby-Modus. Dafür aber über den unerschütterlichen Willen, das bisherige Leben seiner Eltern gehörig auf den Kopf zu stellen. Und wenn
sich Robert verwundert fragt, wieso die Küchenwände plötzlich ein feines Reliefmuster aufweisen oder warum man nur einschlafen kann,
wenn ein Glas Kräuterknoblauch in Chilisauce auf dem Nachttisch steht ... Dylan weiß die Antwort!
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Liebes Tagebuch,
ganz im Vertrauen, heimlich nur, wage ich das Nachfolgende auf dein Papier zu bringen: Babys wirken sich negativ auf den IQ aus! Doch, doch, es
stimmt! Seit dem Tag, an dem mein Sohn unser Zuhause betrat, natürlich nur metaphorisch, begann unser geistiger Niedergang. Gestern noch
standen meine Herzallerliebste und ich in der Blüte unseres Intellekts, verweilten verzückt vor einem Gemälde Picassos oder lauschten andächtig
einer Bach’schen Fuge. Heute haben wir zwischen Bergen von Windeln und Fläschchen das Niveau von Neandertalern erreicht. Kultur, Politik oder
Wissenschaft sind passe; wir interessieren uns hauptsächlich für die Körperfunktionen unseres Kindes.
Tatsächlich, wir freuen uns, wenn Söhnchens Bäuerchen seinen Weg an die Öffentlichkeit findet. Was heißt: Freuen! Das Baby braucht nur leicht
zu rülpsen, und schon brechen wir geradezu in Begeisterungsstürme aus. Toll! Super! Phänomenal! Na, das war ein Spitzenbäuerchen!
(An dieser Stelle möchte ich anmerken: Das Leben ist nicht fair. Meine Herzallerliebste würde mich kalt lächelnd lynchen, wenn ich ein
Dinner mit einem kräftigen Bäuerchen beendete.) Ähnliche Freudenszenen spielen sich auch ab, wenn unser Sprössling furzt oder sogar
noch Unaussprechlicheres tut.
Wie tief sind wir gesunken!
Dieser geistige Verfall beschränkt sich keineswegs nur auf die bedauerlichen Eltern, sondern springt unaufhaltsam wie ein gemeingefährlicher
Virus auf den gesamten Verwandten- und Freundeskreis über. Kaum werden sie unseres Kindes ansichtig, fragen unsere Besucher: „Na, hast
du schon Bäuerchen gemacht?“ Und für den Rest des Abends stehen die Körpergeräusche und –ausscheidungen unseres Sprösslings
konversationstechnisch im Mittelpunkt. Alles dreht sich nur um ihn und seine Verdauung. Der Rest der Welt ist unter Windeln begraben.
Ob Stoff oder Papier steht noch zur Debatte.
Nun gut.
Immerhin kann ich dieser Situation auch etwas Positives abgewinnen, schließlich verarbeite ich sie gerade satirisch und kassiere dafür Geld.
Die Frage ist nur, wie lange noch? Denn das eigentliche Problem beginnt erst jetzt: Unaufhaltsam versimplifizieren sich nicht nur die Inhalte
unserer Gespräche, sondern auch unsere Sprache an sich. So pflegt meine Mutter mit den Worten „Hattu schon kaka?“ zu eruieren, ob
die Verdauung ihres Enkels auch in Ordnung sei. Während man dieser Frage noch einen gewissen Sinn zugestehen kann, erreichen die
restlichen Ansprachen fast schon dadaistische Dimensionen.
„Wie geht es meinem Wutziwutzibutzi?“, wollte kürzlich der Opa wissen.
„Hatta Pu macht!“, klärte ich ihn auf.
„Pu? Bu bu balla balla?“, fragte Tante Klara neugierig.
„Gutschi gutschi gu gu!“, meinte mein Schwager selbstsicher.
„Sfroooz!“, schleuderte uns mein Sohn entgegen. Allerdings nicht unbedingt mündlich!
Zugegeben, Dialoge wie diese verunsichern mich ein wenig. Schließlich bestreite ich mit meinem Talent, Wörter eloquent jonglieren zu können,
unseren Lebensunterhalt. Sollte die Sprachreduktion meiner Umgebung irgendwann auf mich abfärben, wäre das eine echte Katastrophe.
Neulich, als ich des Abends Juniors Windeln wechselte, fragte ich meine Herzallerliebste, die schon bequem im Bett lümmelte: „Glaubst du,
verblöden wir langsam?“
„Nein, wie kommst du drauf?“, fragte Manu verwundert, „sicher nicht! Unsinn! Und jetzt Lichti aus, Betti gehen und schlafi schlafi machen!“
Das beruhigte mich. Ich antwortete: „Supi! Ich nur schreibi schreibi fertig und dann heia heia!“
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